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Semaglutid-Studie weckt Bedenken hinsichtlich psychischer Gesundheit

Eine bedeutende internationale Studie hat einen möglichen Zusammenhang zwischen Semaglutid – dem Wirkstoff in Ozempic und Wegovy – und Nebenwirkungen im Bereich der psychischen Gesundheit, wie Depressionen und suizidale Gedanken, festgestellt.

Diese Medikamente werden in Deutschland weit verbreitet zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt und gewinnen auch bei Menschen ohne Diabetes zur Gewichtsabnahme zunehmend an Popularität. Die Ergebnisse werfen Fragen zur Sicherheit ihres langfristigen Einsatzes auf, vor allem bei bestimmten Personengruppen.

Veröffentlicht in Current Neuropharmacology involvierte die Studie 24 Wissenschaftler aus den USA, Brasilien, Iran und Israel. Die Forscher nutzten pharmakogenomische Analysen, um zu untersuchen, wie GLP-1-Rezeptoragonisten – die Medikamentenklasse, zu der Semaglutid gehört – die Dopaminaktivität im Gehirn beeinflussen könnten.

Sie fanden heraus, dass diese Medikamente bei Personen mit einer verminderten Dopaminfunktion das Befinden und die Motivation beeinträchtigen können, was möglicherweise zu depressiven Symptomen oder suizidalen Gedanken führt. Dr. Kai Uwe Lewandowski, einer der Autoren der Studie, bemerkte, dass Depressionen die am häufigsten berichtete psychiatrische Nebenwirkung darstellten.

Depression war das am häufigsten berichtete unerwünschte Ereignis… gefolgt von Angstzuständen und suizidalen Gedanken. Unsere Ergebnisse unterstreichen nachdrücklich den Bedarf an weiterführenden Untersuchungen…

Dr. Kai Uwe Lewandowski

Risiken führen zu Überprüfung

Auch eine separate Analyse der Nebenwirkungsdatenbank der Weltgesundheitsorganisation ergab, dass bei Menschen, die Semaglutid einnahmen, 45 Prozent mehr suizidale Gedanken auftraten als bei der Verwendung anderer Diabetesmedikamente. Das Risiko schien bei Personen, die bereits Antidepressiva oder Angstmedikamente einnahmen, noch höher zu sein.

Als Reaktion auf diese Bedenken hat die Europäische Arzneimittelagentur begonnen, GLP-1-Medikamente zu überprüfen. Experten räumen zwar ein, dass die gemeldeten Fälle bislang begrenzt sind, argumentieren jedoch, dass man die Warnzeichen nicht ignorieren dürfe.

Ärzte wird geraten, Patienten mit psychischen Vorerkrankungen genauer zu überwachen und vor Therapiebeginn gegebenenfalls genetische Tests in Betracht zu ziehen. Obwohl der Wirkstoff sowohl für die Blutzuckerkontrolle als auch für die Gewichtsabnahme effektive Ergebnisse liefert, werden medizinische Fachkräfte nachdrücklich dazu angehalten, ihn mit Vorsicht zu verschreiben und die Patientensicherheit stets an oberste Stelle zu setzen.