In einem jüngsten Durchbruch hat das US-amerikanische Biotech-Unternehmen Actym Therapeutics in der begutachteten Onkologiezeitschrift Oncotarget eine Studie veröffentlicht, die ACTM-838, eine neuartige bakterielle Immuntherapie, beschreibt.
Die Therapie, die für die besonderen Herausforderungen solider Tumoren – krebsartige Gewebeverdichtungen – entwickelt wurde, setzt gentechnisch veränderte Salmonella-Typhimurium-Bakterien als Transportvehikel für immunstimulierende Wirkstoffe ein.
ACTM-838 ist darauf ausgelegt, sich in Tumoren anzureichern und dort IL-15/IL-15Rα sowie einen modifizierten STING-Agonisten (Stimulator of Interferon Genes) freizusetzen. Diese Wirkstoffe aktivieren die natürlichen Immunabwehrwege des Körpers, um Krebszellen anzugreifen.
Damit werden sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunität im Tumormikromilieu (TME) angekurbelt.
Bakterien sorgen für gezielte Immunaktivierung
Die Studie zeigt, dass ACTM-838 in präklinischen Modellen Tumoren wirksam verkleinert und ein lang anhaltendes Immungedächtnis aufbaut. Wichtig dabei: Durch die gezielte Ansammlung am Tumor wird die systemische Toxizität verringert.
Zudem legt die Forschung nahe, dass ACTM-838 die Wirksamkeit von Anti-PD1-Medikamenten – einer Immuntherapieklasse, die Immunzellen beim Erkennen und Zerstören von Krebszellen unterstützt – verbessert und damit eine mögliche Synergie eröffnet.
Mittels Single-Cell-RNA-Sequenzierung beobachteten die Forschenden günstige Veränderungen im TME, darunter mehr zytotoxische T-Zellen und antigenpräsentierende Makrophagen.
Fortschritte der nächsten Immuntherapie-Generation
Derzeit wird die Therapie in Phase-I-Studien geprüft – ein vielversprechender Schritt in der Krebsbehandlung.
Eine derart innovative Strategie stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Krebsimmuntherapie dar. Lebende bakterielle Vektoren transportieren die Wirkstoffe direkt in solide Tumoren und erhöhen so die Schlagkraft des Immunsystems gegen Krebszellen.
Indem ACTM-838 das immunsuppressive Umfeld solider Tumoren durchbricht, bedeutet es einen großen Sprung nach vorn und macht Patient:innen Hoffnung, die auf herkömmliche Immuntherapien nicht mehr ansprechen.
Die Erkenntnisse könnten zu neuartigen Krebstherapien führen, die das Immunsystem noch gezielter nutzen.