Methotrexate's Efficacy in Treating Osteoarthritis Questioned, Concept art for illustrative purpose, tags: methotrexat - Monok

Wirksamkeit von Methotrexat bei Arthrose wird infrage gestellt

Methotrexat, eigentlich zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt, konnte in einer aktuellen Studie mit 215 Patient:innen die Beschwerden einer Kniearthrose nicht lindern.

Die in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie sollte klären, ob Methotrexat als krankheitsmodifizierende Therapie bei Kniearthrose (OA) taugt.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Zwischen der Methotrexat- und der Placebogruppe gab es bei den wichtigsten Endpunkten keine relevanten Unterschiede.

Methotrexat im Management der Arthrose

Obwohl es vereinzelte positive Berichte bei starkem Knieschmerz gibt, bleibt die Wirksamkeit von Methotrexat bei Arthrose fraglich.

Der Wirkstoff dämpft primär das Immunsystem und zählt damit zu den potenten krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD). Die aktuellen Daten legen jedoch nahe, dass Methotrexat bei Kniearthrose nicht den erhofften Nutzen bringt.

Nancy Lane, MD, von UC Davis Health in Hillsborough, Kalifornien, betont in einem begleitenden Kommentar, dass die Rolle des Medikaments bei der Arthrosetherapie neu bewertet werden müsse.

„Angesichts der fehlenden Wirksamkeit von MTX [Methotrexat] in Studien zur Kniearthrose und der bekannten potenziellen Nebenwirkungen wird es für die Behandlung einer schmerzhaften, entzündlichen Knie-OA nicht empfohlen“, so Lane.

Begrenzte Wirksamkeit bei Knie-OA

Die Teilnehmenden – im Schnitt 61 Jahre alt und überwiegend Frauen – zeigten deutliche Entzündungszeichen und Schmerzen. Nach einem Jahr brachte Methotrexat gegenüber Placebo weder bei Schmerz noch Entzündung einen signifikanten Vorteil.

Laut JAMA Internal Medicine unterschied sich der mittlere Schmerzscore, den die Patient:innen angaben, gegenüber dem Ausgangswert nur um 0,3 Punkte auf einer 100-Punkte-Skala (95 % CI −6,7 bis 7,3).

Ähnlich knapp fiel die Veränderung beim maximalen Erguss-Synovitis-Areal aus: −0,2 cm² in der Methotrexat-Gruppe versus −0,3 cm² unter Placebo (Differenz 0,1; 95 % CI −0,8 bis 1,0).

Zu den Einschränkungen der Studie zählt, dass sie in China durchgeführt wurde, wo ergänzend alternative Therapien eingesetzt wurden, die das Ergebnis verfälschen könnten.

In Deutschland ist Arthrose weit verbreitet, vor allem bei älteren Menschen.

Da die gängigen OA-Therapien meist nur symptomatisch wirken, läuft die Suche nach wirksameren krankheitsmodifizierenden Wirkstoffen weiter.

Die neuen Daten unterstreichen, wie wichtig es ist, nach Alternativen zu suchen, die sowohl die Gelenkentzündung bremsen als auch den Knorpel regenerieren können.

Während Rheumatolog:innen und Forschende neue Therapieansätze prüfen, dürfte die Rolle von Methotrexat im OA-Management – insbesondere bei Knie-OA – neu bewertet werden müssen. Patient:innen und Behandelnde in Deutschland sollten daher über Methotrexat hinaus nach neuen Optionen suchen.